Unser neues Talent im AK-Saarwellingen

Es ist jetzt gut 1 Jahr her, als meine Frau von einem jungen Mann angerufen wurde, der eine runde Schale mit ca. einem Meter Durchmesser suchte. Meine Frau fragte ihn daraufhin, was für einen riesen Baum er denn da hineinpflanzen wolle. Es stellte sich heraus, dass er eine Hainbuche in der Natur gefunden hatte, die zwar sehr groß war, aber niemals eine solch große Schale benötigte. Deshalb machte meine Frau Monika ihm den Vorschlag, mit der Buche bei uns vorbei zu kommen, damit ich mir diese mal anschaue.

Ein paar Tage später klingelte es dann an unserer Haustür. Vor mir stand ein junger, schlanker Mann mit einer Hainbuche, die einen gewaltigen Kronendurchmesser hatte. Mir war beim ersten Hinschauen bereits klar, dass der Baum drastisch zurückgeschnitten werden musste, bevor er in eine Bonsai-Schale konnte. Außerdem musste überlegt werden, welche Gestaltungsform der Baum erhalten soll. Dies war natürlich alles mit sehr viel Arbeit verbunden und nicht in 1-2 Stunden erledigt. Da mir der junge Mann jedoch sympathisch zu sein schien, bot ich ihm an, den Baum gleich etwas zurückzuschneiden und über eine mögliche Gestaltung nachzudenken. Er freute sich sichtlich darüber, dass ich ihm meine Hilfe anbot und wir fingen auch gleich gemeinsam an, die Hainbuche zurückzuschneiden nachdem wir uns für eine Windgepeitschte Form entschieden hatten. An diesem Tag wurden wir jedoch nicht fertig, deshalb machte ich ihm den Vorschlag, mit der Buche nächsten Samstag noch einmal zu mir zu kommen um weiter an dem Baum zu arbeiten. Manuel, so hieß der junge Mann, nahm dankend an und erschien pünktlich zur vereinbarten Uhrzeit am darauffolgenden Samstag bei mir. An diesem Samstagmorgen kamen wir mehr ins Gespräch. Ich sah auch gleich, dass Manuel großes Interesse an der Gestaltung hatte und auch schon recht gute Vorschläge diesbezüglich machte. Während wir uns über dies und das unterhielten erzählte ich Manuel, dass ich dabei bin unseren Arbeitskreis neu zu formieren und lud ihn gleichzeitig zum nächsten Treffen ein, an dem er auch prompt erschien.

Ja... Und so kam Manuel zum AK-Saarwellingen und wurde vom „Bonsai-Virus“ endgültig infiziert. Heute nach einem Jahr kann man ihn als unser neues, junges Talent im Arbeitskreis Saarwellingen bezeichnen. Man wird in nächster Zukunft bestimmt noch einiges von ihm sehen bzw. hören.


Die oben beschriebene Hainbuche im Rohzustand vor der Gestaltung.

Die gleiche Hainbuche nach der Gestaltung und Bearbeitung der Totholzpartien.

Hainbuche (Carpinus betulus), Alter ca. 45 Jahre, Besitzer Manuel Flammann.


Die nachfolgende Rotfichte wurde erstmals von Udo Fischer, bei der Bundesausstellung des Bonsai-Club-Deutschland e.V. 2005 in Saarwellingen, als Demo-Baum vorgestaltet. Ich hatte ihn Seinerzeit bei meinem Händlerkollegen Manfred Roth in Oppenau als Findling gekauft. Viele Jahre war ich im Besitz dieser tollen Fichte und hegte und pflegte sie. Vor ein paar Jahren wurde sie im Sommer von Spinnmilben befallen was zu spät erkannt wurde. Gott sei Dank erholte sich die Fichte wieder recht gut, musste aber überarbeitet werden. Da mir hierzu leider die Zeit fehlte, habe ich den Baum an Manuel verkauft, der ihn neu überarbeitete.


Rotfichte (Picea abies) nach der Überarbeitung.


Unser neues Talent im AK-Saarwellingen, Manuel Flammann aus Friedrichsthal.

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